Jacques Delors Centre

Themen

Digitales Europa

Die fortschreitende digitale Transformation zählt zu den größten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen für die Europäische Union. Wirtschaftliche Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Start-Up Szene und der Leistungsfähigkeit bei neuen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz stehen im direkten Zusammenhang mit politischen Fragen nach dem Platz der EU in der Welt inmitten der beiden digitalen Supermächte USA und China. Gleichzeitig zwingt die digitale Transformation die EU auch dazu, über den Schutz ihrer Kernwerte wie Humanismus, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung bürgerlicher Freiheiten nachzudenken und deren Überführung in das Zeitalter algorithmischer Entscheidungsfindung und allgegenwärtiger Datengenerierung und -analyse. Wir im Jacques Delors Centre nähern uns den wichtigsten politischen Herausforderungen der digitalen Transformation aus einer klar europäischen Perspektive. Einerseits konzentrieren wir uns auf wirtschaftliche Herausforderungen wie den digitalen Binnenmarkt und die Besteuerung der digitalen Wertschöpfung. Andererseits analysieren wir die politische und gesellschaftliche Dimension der digitalen Transformation, wie beispielsweise Maßnahmen gegen Desinformation im Internet und Regeln für die ethische Verwendung von Algorithmen. [Mehr dazu hier]

Wirtschaftspolitik

Vor fast 30 Jahren äußerte Jacques Delors seine Vision einer europäischen Wirtschaft, die "jedem einzelnen Bürger der Gemeinschaft zugutekommen soll". Dieses Versprechen steht nach wie vor im Mittelpunkt des europäischen Projekts. Die verheerenden Folgen der Wirtschaftskrise, die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten in der Währungsunion und die anhaltenden wirtschaftlichen Disparitäten zwischen verschiedenen Mitgliedstaaten und Bürger:innen schmälern jedoch das Vertrauen der Öffentlichkeit, dass Europa dieses Versprechen einlösen kann. In diesem Politikfeld arbeiten wir daher an konkreten Vorschlägen zur Stabilisierung der gemeinsamen Währung, zur Vertiefung der wirtschaftlichen Integration und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten, mit den Herausforderungen von Globalisierung und Strukturwandel umzugehen. Wir konzentrieren unsere Arbeit auf die institutionelle Architektur der Wirtschafts- und Währungsunion, auf Strategien zur Förderung des Wirtschaftswachstums in Europa, auf finanzpolitische Instrumente wie den EU-Haushalt oder die Besteuerung sowie auf die sozialen Aspekte des Binnenmarkts. [Mehr dazu hier]

Außen- und Sicherheitspolitik

Turbulenzen und Fragilität prägen die Nachbarschaft der Europäischen Union. Gleichzeitig steht die multilaterale, regelbasierte Weltordnung unter Beschuss. Dabei sind die externen und internen Erwartungen an die EU hoch, mit ihrem gebündelten politischen Gewicht Einfluss auf der internationalen Bühne zu nehmen. Die Außen- und Sicherheitspolitik der EU ist jedoch in der Regel durch eine Kluft zwischen Erwartungen und Ambitionen einerseits und der tatsächlichen Umsetzung andererseits gekennzeichnet. In unserer Think-Tank-Arbeit analysieren wir diese Herausforderungen und Hemmnisse, bewerten, wie die EU mit konkreten internationalen Dossiers umgeht, und entwickeln zukunftsgerichtete Empfehlungen für ihre internationale Rolle in einer zunehmend geopolitisch geprägten Welt. In unserer Arbeit legen wir besonderen Wert auf die Rolle und den Beitrag des deutsch-französischen Paares. [Mehr dazu hier]

Institutionen und Demokratie

Das politische System der EU basiert auf funktionierenden Institutionen und dem Prinzip der Demokratie. Im Dreieck zwischen Kommission, Rat und Parlament sind die Rollen der einzelnen Institutionen klar definiert. Zunehmend spielt auch die Beteiligung nationaler Parlamente und der Bürger:innen eine Rolle bei der Stärkung der Demokratie auf EU-Ebene. In diesem dynamischen Politikfeld erarbeiten wir im Jacques-Delors-Center innovative Vorschläge für institutionelle Reformen und stärkere demokratische Verfahren. Wir analysieren zudem die Entwicklung und die Auswirkungen allgemeiner politischer Trends wie differenzierte Integration und euroskeptischer Populismus. Außerdem beteiligen wir uns an transnationalen Projekten, wie dem H2020-Projekt EU IDEA (EU Integration and Differentiation for Effectiveness and Accountability) und dem “Observatoire politique du Parlement européen”; des Jacques Delors Instituts in Paris. [Mehr dazu hier]

Migration

Nach dem Anstieg der Ankunftszahlen in den Jahren 2015 und 2016 steht Migration ganz oben auf der politischen Agenda Europas. Seitdem gefährden interne Kontroversen den politischen Zusammenhalt der Union und die Mitgliedstaaten kämpfen um ein gemeinsames Verständnis von Solidarität. Dabei hat sich die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (CEAS) als besonders schwierig erwiesen. Darüber hinaus wird die Migrationspolitik immer stärker mit Fragen der inneren Sicherheit und der Außenpolitik verknüpft, was die Zahl der relevanten Akteure erweitert. In diesem heiklen Policy Feld tragen unsere Vorschläge dazu bei, neue Ideen für die Reform des CEAS zu finden und unsere Policy Analysen begleiten die Externalisierung der Asyl- und Migrationspolitik der EU. Weiterhin arbeiten wir Narrative und Diskurse zur Migration heraus und untersuchen den Zusammenhang zwischen Migration, Grenzmanagement sowie Außen- und Sicherheitspolitik. [Mehr dazu hier]