Pressemitteilung
13.09.2005

Hertie School eröffnet ersten Studiengang „Master of Public Policy“

Klaus Töpfer unterstreicht Bedeutung von Governance für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.

Bundeskanzleramt und Hertie School vereinbaren Ausbildungszusammenarbeit.

Mit einem Festakt eröffnete die Hertie School heute ihren ersten Studiengang mit dem Abschluss „Master of Public Policy“. 30 Studierende aus 17 Ländern lernen nun zwei Jahre lang in Berlin multidisziplinär und praxisbezogen die Fertigkeiten guten Regierens. UN-Umweltdirektor Prof. Klaus Töpfer eröffnete den Master of Public Policy Studiengang und verwies auf dessen Bedeutung: „Ohne die richtige Governance kann es keine Entwicklung in der Welt geben. Ich freue mich darüber, dass eine Hochschule in Deutschland Menschen aus aller Welt Möglichkeiten aufzeigt, politische und gesellschaftliche Probleme zu lösen.“
 
Prof. Kurt Biedenkopf, Kuratoriumsvorsitzender der Hertie School und Ministerpräsident a. D., beschrieb den Auftrag der Hertie School: „Wir brauchen in der Politik Menschen, die sowohl akademisch als auch praktisch hervorragend ausgebildet sind und die internationale Herausforderungen als Chance und nicht als Bedrohung ansehen.“
 
Prof. Stein Kuhnle, der von der Universität Bergen (Norwegen) an die Spree wechselt, sprach für die internationale Fakultät und unterstrich die Notwendigkeit einer Hochschule für Public Policy im Herzen Europas.
 
Der Dean der Hertie School, Prof. Michael Zürn, begrüßte die Studenten und wies darauf hin, wie wenig in der Welt noch von einzelnen Regierungen allein entschieden werden kann. Gleichzeitig wies er den Studierenden die wichtigste Rolle an der neuen Hochschule zu: „Unsere Studenten sind das höchste Gut der Hochschule.“
 
Auch die Studierenden selbst ergriffen das Wort. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen für die Gesellschaft in unserem Heimatland“, sagte John Holmes aus den USA. Aus allen Kontinenten stammen die Studierenden des ersten Jahrgangs, unter anderem aus Polen, Ungarn, Russland, Rumänien, Tschechische Republik, Weißrussland, Kirgisien, Kamerun, Venezuela, Peru, Deutschland, USA und Australien.
 
„Politik als Beruf“, ein Text von Max Weber, lieferte das Motto für die  Eröffnungsfeier. Vor 100 Jahren hatte Weber Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß als die wichtigsten Qualitäten eines Politikers genannt.
 
Am Rande der Eröffnungsfeier haben die Hertie School und das Bundeskanzleramt eine enge Ausbildungszusammenarbeit vereinbart. Ein Kreis von Studenten der School kann nunmehr den Beginn des Studiums an der Hertie School um ein Jahr aussetzen, um in dieser Zeit Arbeitserfahrungen in der Bundesregierung  zu sammeln. Während des Studiums ist an eine enge inhaltliche Verzahnung von Studieninhalten, Praktikum und Abschlussarbeit gedacht. Prof. Michael Zürn, Dean der Hertie School, äußerte sich hoch erfreut über die Unterstützung der Bundesregierung: „Die Zusammenarbeit unterstützt die Zielsetzung des MPP-Studiums durch eine zwölf Monate dauernde praktische Tätigkeit vor Studienbeginn und dem  fortlaufenden Kontakt zu Kanzleramt und Ministerien während des zweijährigen Studienverlaufs.“ Auch Dr. Ewold Seeba, Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt, sah Vorteile: „Die Studierenden der Hertie School erhalten durch die vereinbarte einjährige Ausbildungsstation echte Einblicke in die Arbeit der Bundesregierung. Wir umgekehrt gewinnen Flexibilität bei unserer Personalgewinnung.“