Durchdacht. Das politische Gespräch an der Hertie School of Governance.

Diskutieren Sie mit: Demokratie in Gefahr oder nur im Formtief?

Schwindendes Bürgerinteresse und schrumpfende Wahlbeteiligung, darüber wird schon länger geklagt. Nun kommt der Aufschwung populistischer Bewegungen in vielen Ländern der westlichen Welt hinzu. Liegt es an zu großer Distanz zwischen Regierenden und Regierten? Wie kann der Bürgerwille in den Entscheidungen besser zum Ausdruck kommen, wie die offene Gesellschaft weiterentwickelt werden?

Die laut Winston Churchill "beste aller schlechten Regierungsformen"  scheint unter Druck. Führungsfiguren, die sich über rechtsstaatliche und Verfassungsregeln hinwegsetzen und an Volkstribune erinnern, machen rund um den Globus Furore. Komplexe Entscheidungsabläufe unter Zeitdruck und  das Delegieren von immer mehr Aufgaben an Expertenrunden scheinen zugleich den Einfluss der einzelnen Bürger zu minimieren. Ist damit die Demokratie in Gefahr oder steht sie nur vor einer weiteren von vielen Herausforderungen im Laufe ihrer Geschichte? Ist der Scheinwerfer vielleicht zu sehr auf Bedrohungen und zu wenig auf pro-demokratische Gegenbewegungen gerichtet? Welche Möglichkeiten gibt es, Bürgern mehr Gehör jenseits des Wahlgangs zu verschaffen, Legitimität und Vertrauen in demokratische Abläufe zu stärken?

Die Hertie School of Governance hat diesen Fragen im neuen Governance Report 2017 breiten Raum gegeben. Er wird in Kürze veröffentlicht. Mitautor Claus Offe diskutiert mit Hubertus Buchstein über Chancen und Möglichkeiten, mit innovativen Ansätzen, der Demokratie neuen Schwung zu verleihen. 

Ein leerer Stuhl ist auf dem Podium reserviert für kurzfristige Interventionen aus dem Publikum, zu der wir Sie herzlich ermuntern wollen. Partizipation ist keine Einbahnstraße!

Das Podiumsgespräch wird aufgezeichnet und voraussichtlich am Sonntag, 30.04.2017, um 11:05 Uhr (Wiederholung um 20:05 Uhr) im Rahmen der Sendereihe "Forum" im Programm von Inforadio (93,1 MHz) ausgestrahlt.

Claus Offe ist emeritierter Professor für politische Soziologie an der Hertie School of Governance. Er war Professor für Politikwissenschaften und Politische Soziologie an den Universitäten Bielefeld (1975-1989) und Bremen (1989-1995) sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin (1995-2005). Er war als Gastprofessor unter anderem an den Institutes for Advanced Study in Stanford und Princeton, der Australian National University, der Harvard University, der University of California, Berkeley und der New School in New York tätig. Er promovierte an der Universität Frankfurt und erhielt seine Habilitation an der Universität Konstanz. 

Hubertus Buchstein, 1959 in Eutin in Holstein geboren, studierte in Göttingen und Berlin Politikwissenschaft, Germanistik und Philosophie. Nach Abschluß seines Studiums war er für zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt Geschichte der Berliner Politikwissenschaft nach 1945 tätig, um danach, ebenfalls als wissenschaftlicher Mitarbeiter, an den Fachbereich Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin zu wechseln, wo er 1990 promovierte und schließlich, nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Hochschulassistent, 1997 habilitierte. 1999 auf den Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald berufen, arbeitet Hubertus Buchstein derzeit an verschiedenen Forschungsprojekten, darunter Politische Anthropologie, einem Einzelprojekt im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Familie geförderten Gesamtprojekts PolitikON - Politikwissenschaft online. (Foto: © Angelika Leuchter, Wissenschaftskolleg Berlin)

Moderator

Harald Asel, Autor, Redakteur und Moderator, Inforadio rbb

In Zusammenarbeit mit rbb inforadio.